Der Newsroom beginnt im Kopf

Der Corporate Newsroom gilt als die Antwort der Unternehmenskommunikation auf den Medienwandel und die Vielfalt der bespielten Kanäle. Die Größe des Unternehmens ist dabei nicht entscheidend.

Lange Zeit stand in der PR die Medienarbeit im Mittelpunkt, heute sind Social Media, Owned Media und interne Kommunikation mindestens genauso wichtig. Die Zahl der Kanäle hat sich enorm erhöht und damit auch die unterschiedlichen Formate, denn neben Text geht es auch um Bild, Video und Audio. Das Newsroom-​Modell kommt ursprünglich aus der Medienbranche und beschreibt einen Raum in der Redaktion einer Zeitung, eines Radio-​ oder Fernsehsenders, wo die eingehenden Nachrichten für die verschiedenen Medien bearbeitet werden. Große Unternehmen wie Siemens, voestalpine und ÖBB vertrauen seit vielen Jahren auf das Konzept.

Newsroom fördert „Denken in Themen“

Wie in einer Redaktion üblich sitzen alle an einem Tisch, überlegen sich Themen und brechen die daraus entstehenden Geschichten dann für die einzelnen Kanäle herunter – passend für die jeweilige Zielgruppe. Denn vielleicht ist ein Thema nicht geeignet für eine Presseaussendung, hat aber das Potenzial, in „eigenen Medien“ auf Interesse bei der Leserschaft zu stoßen und für Social Media, wo die Bewegtbild-​Kommunikation weiterhin im Vormarsch ist, wird ein Kurzvideo gemacht.

„Der Newsroom ist keine Geheimwaffe“, meint auch Stephanie Bauer, Teamlead Online & Social Media Management und Newsroom-​Verantwortliche bei der voestalpine. Aus ihrer Sicht ist das Konzept grundsätzlich für jede Unternehmensgröße geeignet:

„Es geht einfach darum, mehr miteinander zu kommunizieren, sich abzustimmen und einer gemeinsamen Strategie zu folgen. Der Newsroom ist ein lebendiges Instrument, das ist das Schöne. Das bedeutet aber auch, dass es sich um einen laufenden Veränderungsprozess handelt, der nie abgeschlossen ist.“

Entscheidend für den Erfolg eines Newsrooms ist die Einstellung, die sich in der Organisation und den Prozessen niederschlägt. Das Abteilungsdenken hat ein Ende, Silos werden aufgelöst. Inhalte werden vom Thema her und nicht von den Kanälen her konzipiert. Die Mitarbeiter arbeiten in einem Raum oder räumlich nahe beieinander. Das verkürzt Kommunikationswege und die Zusammenarbeit wird dynamischer. Die Abstimmung erfolgt schnell und effizient.

Newsrooms unterliegen einem stetigen Wandel: „Am härtesten ist es, zu entscheiden, dass ein Kanal nicht mehr relevant ist. Wir haben uns auch schon von Kanälen verabschiedet, die nicht optimal funktioniert haben. Manchmal braucht es einfach Mut, Nein zu sagen“, berichtet Stephanie Bauer.

Written by bauersteph

I live in Lower Austria, work in Upper Austria and studied communications science in Salzburg and currently I am studying in Styria. Since 2011 I am part of the voestalpine Group Communications department. As mentioned before I started to study content strategy at the FH Joanneum Graz in September 2017.

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